Warum Landesgartenschau?

Stadtentwicklung in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Ausgangslage
Mit dem Ministerratsbeschluss vom 20. September 2016 hat die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler den Zuschlag für die Durchführung der 5. rheinland-pfälzischen Landesgartenschau im Jahr 2022 erhalten. Auf dieser Grundlage wurde am 24. Mai 2017 die Landesgartenschau Bad Neuenahr-Ahrweiler 2022 gGmbH gegründet und mit der Vorbereitung, Durchführung, Abwicklung sowie dem Rückbau der Landesgartenschau auf Grundlage der Bewerbung betraut. 

Nach Abschluss der Konstituierung der Gesellschaft und der Durchführung eines europaweiten freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs mit Ideenteil zur Umgestaltung der Daueranlagen in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, wurde Anfang 2020 die Geschäftsführung der Gesellschaft neu aufgestellt. Die Gesellschaft verfügt aktuell über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (inkl. Geschäftsführung).
Bei der Landesgartenschau geht es um das Thema Ganzheitlichkeit in allen Facetten. „Ganz“ bedeutet ursprünglich heil, unverletzt, vollständig. Ganzheitlich ist demnach die Betrachtung einer Sache in der systemischen Vollständigkeit aller Teile sowie in der Gesamtheit ihrer Eigenschaften und Beziehungen untereinander. 

Leitidee / Inhalt der Bewerbung
Mit der Leitidee der Bewerbung zur Landesgartenschau soll Bewusstsein für die Zusammenhänge menschlichen Lebens geschaffen werden. Daher bezieht sich das Leitmotiv der Ganzheitlichkeit auf alle Lebensbereiche. Ganzheitlichkeit als Art der Betrachtung, als medizinisches Prinzip und als pädagogischer Ansatz (Lernen mit allen Sinnen), der auch für die Sicht auf politische Prozesse mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Mit dem Prinzip der Ganzheitlichkeit soll aber auch zum Ausdruck gebracht werden, dass in einem „Organismus Stadt“ alles in die Betrachtung gehört, was lebt und Leben ausmacht: Alt, jung, gesund, krank, Arbeit, Sport, Spiel und Freizeit, Gestern, Heute und Morgen, Kultur, Natur, Unterschiedlichkeit, Vielfalt und Gleichheit.

Die Landesgartenschau wird zudem eine Gartenschau mitten in der Stadt sein. Auf einer Strecke von ca. 6 km Länge erstreckt sich das Ausstellungsgelände entlang der Ahr und verbindet die beiden zentralen Ortsteile Bad Neuenahr und Ahrweiler. Mit dieser zentralen Lage verbunden sind zahlreiche Herausforderungen in der Vorbereitung und Durchführung der Landesgartenschau, insbesondere während der Bauphase und hinsichtlich verkehrlicher Aspekte im Veranstaltungsjahr. In besonderem Maße ist diese Lage mitten in der Stadt jedoch eine Chance, da die Besucherinnen und Besucher der Landesgartenschau nicht nur das Veranstaltungsgelände, sondern auch die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler als Ausstellungsfläche wahrnehmen werden.

Auch aus diesem Grund ist ein spezieller Focus auf die Verbindung von nachhaltiger Stadtentwicklung und gesunden Lebensbedingungen gerichtet. Unter Achtung gewachsener Identitäten, natürlicher Ressourcen und historischer Errungenschaften sollen für das Heilbad Bad Neuenahr und die gesamte Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit ihrer ausgeprägten Gesundheitstradition zukunftsweisende Konzepte entwickelt werden. Mit dem Schlagwort „gesunde Stadt, gesundes Leben“ wurde diese Leitidee im Rahmen der Bewerbung zusammengefasst und für die Landesgartenschau zum Slogan „Auf das Leben!“ weiterentwickelt.

Touristische Bedeutung
Die gesamte Planung der Landesgartenschau ist vor diesem Hintergrund darauf ausgerichtet, langfristige Impulse für die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Region zu setzen. Flächen, die im Zuge der Landesgartenschau saniert, aufgewertet oder entwickelt werden, werden zum weit überwiegenden Teil auch in der Nachnutzung als öffentliche Grünanlagen genutzt. Städtebauliche Impulse, die anlässlich der Landesgartenschau gesetzt werden, werden als Zukunftsinvestition in die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler betrachtet. 
Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Region Ahrtal üben bereits jetzt aus vielerlei Gründen eine große Anziehungskraft auf unsere Gäste aus. Die Investitionen im Zuge der Landesgartenschau sollen dazu beitragen, dieses erfolgreiche Zusammenspiel von Landschaft, Infrastruktur, Genusserlebnis, Wellness, Geschichte und kulturellen Angeboten zu festigen und für die Zukunft zu sichern. Hier aber kommt die bewusstseinsbildende Funktion einer Landesgartenschau noch einmal zur Geltung: Zusammenhänge darstellen und Ganzheitlichkeit spürbar machen.

Gleichwohl sieht die Planung einige deutliche, auch touristisch relevante Änderungen am Bestand vor, die durchaus als „Leuchttürme“ zu bezeichnen sind. Die Gestaltung und komplette Neuanlage einer urbanen Ahr-Promenade im Ortsteil Bad Neuenahr, die Sanierung und Vervollständigung der öffentlichen Grünanlagen rund um die historische Stadtmauer von Ahrweiler mit einer Zugänglichmachung des Ahrtors.

Von herausragender Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des Tourismusstandortes ist die zum Jahresbeginn 2019 vollzogene Bündelung aller touristischen Kräfte in einer gemeinsamen Gesellschaft. Ahrtal-Tourismus, Ahrwein e.V., die Werbegemeinschaften der Stadt, die städtische Wirtschaftsförderung, das städtische Citymanagement und die Heilbad GmbH als Trägerin der Heilbades Bad Neuenahr wurden unter dem Dach der „Ahrtal- und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH“ zusammengeführt. Damit wird für die Zukunft sichergestellt, dass Kräfte gebündelt, Synergien ausgenutzt und ein abgestimmtes Handeln aller relevanten Akteure zum Wohle des gesamten Standortes erfolgt. Für diese im besten Sinne nachhaltige Organisationsentscheidung hat die Landesgartenschau den Impuls gesetzt.

Die Ahr im von oben

Städtebauliche Bedeutung
Neben den touristischen Leuchttürmen wird die Landesgartenschau insbesondere von den städtebaulichen Leuchttürmen geprägt. Hierzu gehört die Schaffung des Bahnhofsquartiers Bad Neuenahr mit der Errichtung eines Inklusionshotels, das neue Wohnquartier „Auf den Steinen“ mit dem Schwerpunkt „Bauen mit Holz“ sowie die Errichtung eines integrativen Mehrgenerationenquartiers, welches Wohnraum für Menschen mit Behinderung, Alleinstehende aller Altersgruppen, Räumlichkeiten für die Arbeit mit behinderten Menschen und einen Kindergarten unter einem Dach vereint. Neue Wohnformen werden zudem im Zuge der Neuerrichtung der Grundschule Bad Neuenahr, in welcher die Räumlichkeiten einer Schule mit Wohnangeboten kombiniert werden sollen, sowie bei der Entwicklung des Wohngebietes „St-Pius-Straße“, in dem vordringlich Wohnraum für in der Stadt Beschäftige Menschen als neue Form der „Werkswohnung“ geschaffen werden soll, realisiert. Von besonderer Bedeutung für den Stadtteil Ahrweiler wird die im Vorfeld der Landesgartenschau durch die Kirchengemeinde geplante Fassadensanierung der St.-Laurentiuskirche sein.

Vorbereitungsstand / Inhalt der Planung
Bei der Vorbereitung einer Gartenschau ist ein mehrstufiger Planungsprozess zu betrachten: In der ersten Planungsebene sind die „Daueranlagen“ zu gestalten, also jene Bereiche, die auch nach der Gartenschau bestehen bleiben. Auf dieser Planungsebene befinden wir uns derzeit, wobei mit dem Vorliegen der Entwurfsplanung für die Kernzone der Gartenschau Ende des 1. Quartals 2019 zu rechnen ist. Auf dieser Grundlage wird in einer zweiten Planungsebene die eigentliche Ausstellung geplant. Diese Planung beinhaltet etwa die Standorte von Kassenhäuschen, temporären WC-Anlagen, Gastronomie und zusätzlichen Wechselflor-Flächen. Voraussichtlich wird die Bearbeitung dieser Planungsebene im Sommer 2019 beginnen mit dem Ziel, bis Anfang 2020 die Erstellung eines Ausstellungskonzeptes ausschreiben zu können. Als dritte Planungsebene in die Veranstaltungsplanung zu betrachten. Diese wird voraussichtlich Anfang 2020 beginnen.

Prägend für die Investitionen in die Daueranlage ist zunächst die grundhafte Überplanung und Instandsetzung der bereits bestehenden Parkanlagen. Leitendes Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität in den Parks zu erhöhen, die sich aus der Historie ergebenden Eigenheiten der einzelnen Parkanlagen zu betonen und dabei zugleich Baustandards zu vereinheitlichen und ein stimmiges Erscheinungsbild in der Gesamtbetrachtung zu erreichen.

Im Zuge dieser Planung soll zudem erreicht werden, die Parkanlagen für alle Nutzergruppen attraktiver zu machen. Durch eine Erleb- und Zugänglichmachung des Mühlenteichs in 3 großen Parkanlagen, die Errichtung eines „Generationenspielplatzes“ und die Anlage zweier Wasserspielplätze, wird die Attraktivität für Kinder und Familien erhöht. Durch die einheitliche Möblierung weiter Teile der Daueranlage mit Bänken für Menschen mit orthopädischen Leiden und die konsequente Berücksichtigung der Belange der Barrierefreiheit wird die Nutzbarkeit der Grünanlagen für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen wesentlich verbessert. Die Ergänzung der städtischen Parkanlagen um einen Sportpark, in dem neben verschiedenen Freizeitsportangeboten eine neue Skateanlage errichtet wird, erweitert auch das Angebote für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene.

Die Planungen der Landesgartenschau Bad Neuenahr-Ahrweiler sind ausgerichtet auf die Zahl von 800.000 erwarteten Besucherinnen und Besuchern. Diese Erwartung ist sicherlich ambitioniert, im Hinblick auf die Gästezahlen der vergangenen Jahre, der Erfahrungen anderer Gartenschauen und die Lage von Bad Neuenahr-Ahrweiler mit guter Erreichbarkeit aus dem Raum Köln/Bonn und dem Ruhrgebiet ebenso wie dem Rhein/Main-Gebiet aber gleichwohl realistisch. Dabei besteht das Ziel, einen möglichst großen Anteil dieser Gäste auch für mehrere Übernachtungen in der Region zu gewinnen. Die Daten der Ausrichterstädte vergangener Gartenschauen zeigen, dass dies in der Vergangenheit in unterschiedlichem Maße gelungen ist. Aufgrund der sehr gestreckten Lage der Ausstellungsflächen im Stadtgebiet, die einen Besuch der Landesgartenschau an mehreren Tagen sinnvoll erscheinen lässt, sowie der sehr guten bestehenden Angebote im Bereich der Hotellerie besteht jedoch die Erwartung, durch die Landesgartenschau auch signifikante Steigerungen der Übernachtungszahlen zu erreichen.

Paar fährt mit den Fahrrädern den Ahr-Radweg entlang.

Übergeordnete Ziele: Nachhaltigkeit und Klimaneutralität
Über allem schwebt die Zielsetzung, den Tourismusstandort Bad Neuenahr-Ahrweiler und die gesamte Region Ahrtal durch die Landesgartenschau nachhaltig nach vorne zu bringen. Die Investitionsmaßnahmen im Zuge der Landesgartenschau sind insgesamt auf das Ziel ausgerichtet, die errichteten Anlagen in möglichst großem Umfang auch nach der Veranstaltung in der Nutzung zu halten. Maßnahmen zur temporären Nutzung während der Landesgartenschau sollen auf den erforderlichen Umfang beschränkt werden. Durch öffentliche und private Investitionen in die touristische Infrastruktur wird der Tourismusstandort langfristig profitieren. Deutlich wird dies auch durch die bereits angesprochene Bündelung aller touristischen Kräfte in einer neuen Gesellschaft für Tourismus und Standortmarketing.

Ein wichtiger Aspekt der Landesgartenschau Bad Neuenahr-Ahrweiler ist die Klimaneutralität. In der konsequenten Umsetzung des ganzheitlichen Ansatzes der Landesgartenschau soll erreicht werden, dass die Veranstaltung bilanziell klimaneutral durchgeführt werden kann. Hierzu sind erste Anstrengungen auf den Weg gebracht: Ein „gläsernes Kraftwerk“ soll die Besucherinnen und Besucher bereits im Eingangsbereich auf das Thema Klimaneutralität aufmerksam machen und informieren. Zudem investieren die Ahrtal-Werke umfassend in den Ausbau des Fernwärmenetzes. Zur verstärkten Nutzung dieser effizienten und klimafreundlichen Wärmeerzeugung hat die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler für Teilbereiche bereits eine Satzung zum Anschluss- und Benutzungszwang auf den Weg gebracht. Weiterhin ist bis zur Landesgartenschau in mehreren Abschnitten der Aufbau einer Ladesäuleninfrastruktur für E-Bikes, Elektroautos und elektrisch betriebene Busse geplant.

Mobilität
Die Lage des Ausstellungsgeländes in der Stadt wird auch die Bereitstellung verschiedener Mobilitätsangebote für die Besucherinnen und Besucher der Landesgartenschau erfordern. Hierzu gehören sicherlich ein Fahrradleihsystem, die Ausweitung einer bereits bestehenden touristischen Bahn („Ahrtal-Express“) und ggf. die Nutzung autonom fahrender Beförderungsmittel. Wesentlicher Bestandteil des veranstaltungsbedingten Mobilitätsangebotes wird die Einrichtung eines kostenfreien Shuttle-Busses sein. Zu prüfen bleibt, inwieweit dieser Bus auch nach der Gartenschau als „Stadtbus“ weiterbetrieben werden kann. Zudem ist zu gegebener Zeit mit dem VRM und dem Landkreis Ahrweiler zu klären, ob im Rahmen der Veranstaltung ggf. auch die kostenfreie Nutzung des ÖPNV ermöglicht werden kann. 

Zum Verkehrskonzept gehört zudem, dass die Anreise mit der Bahn möglichst umfassend genutzt wird. Die Voraussetzungen sind hierfür durch die stündliche durchgehende Verbindung nach Bonn, sowie zusätzliche Verbindungen bis Remagen mit Anschluss an die Rheintalbahn, günstig. Gleichwohl sind einzelne Maßnahmen Dritter erforderlich, um den Anforderungen an eine Landesgartenschau gerecht zu werden. Dies betrifft insbesondere die Herstellung eines barrierefreien Ausstiegs am Haltepunkt Ahrweiler Markt und die Verlängerung der Züge der Ahrtal-Bahn für die Zeit der Veranstaltung.

Paar schlendert durch den Kurpark

Zuschlag für Landesgartenschau Bad Neuenahr-Ahrweiler

Wir sind Landesgartenschau

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Bad Neuenahr-Ahrweiler ist LaGa 2022!!! Wir alle sind LaGa 2022!!! Das hat die Landesregierung in ihrer Kabinettsitzung am 20. September 2016 offiziell entschieden. 

Diese Nachricht habe ich mit großer Begeisterung und mit großem Stolz aufgenommen. Wir haben uns in einen sportlichen Wettkampf mit 4 gleichwertigen Mitbewerbern begeben und gewonnen.

Damit werden wir in den nächsten Jahren für Bad Neuenahr-Ahrweiler und die ganze Region wichtige Impulse setzen und nachhaltige Strukturen schaffen können. Der Zuschlag ist nicht nur das Ergebnis der Arbeit des Stadtrates und der Verwaltung, vielmehr ist es Ausdruck des gemeinschaftlichen Wollens Aller. Während der Bewerbung haben wir eindrucksvoll demonstriert, dass wir zusammenstehen können – die Bürger, die Wirtschaft, die Vereine, die Presse, die Region, die Politik und die Verwaltung. 

Mein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an unsere beiden „Stadtbotschafter“, die Herren Gregor Lersch und Hans Stefan Steinheuer, die uns mit ihrer überregionalen Bekanntheit und ihrem Know-how beratend und öffentlichkeitswirksam unterstützt haben. Der Erfolg wäre auch ohne die sehr fruchtbare und konstruktive Zusammenarbeit mit der Agentur shapefruit AG sowie den beiden beratenden Planungsbüros BGHplan und Göppner Landschaftsarchitekten nicht denkbar gewesen.

Dieses breite Votum, das tolle Konzept und nicht zuletzt unsere Präsentationen am 29. Juni und 2. September 2016 haben die Landesregierung davon überzeugt, dass Bad Neuenahr-Ahrweiler ein sehr guter Gastgeber für die Landesgartenschau 2022 sein wird.

Besucher werden mit Bad Neuenahr die Stadt des Wassers, ein Heilbad und Gesundheitskompetenzzentrum erleben. Und sie können die von einer mittelalterlichen Wehrmauer umgebene historische Stadt Ahrweiler erfühlen, die geprägt ist von ihrer Tradition und Zentrum des Tals der roten Traube ist. Unsere Stadt steht auch für den Genuss bringenden und gesundheitsfördernden Wein, um genau zu sein: den Spätburgunder. 

Wasser und Wein; Auf den ersten Blick ganz unterschiedlich. Bei näherer Betrachtung ein Sinnbild für die Ganzheitlichkeit menschlichen Lebens und die Vielfalt von Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie unseres Bundeslandes Rheinland-Pfalz!

Wir wollen 2022 unser Bundesland in all seinen Facetten vertreten: von der Südpfalz bis zum Westerwald, von der Eifel bis nach Rheinhessen. Wir wollen – zwar am Rande von Rheinland-Pfalz liegend – doch exemplarisch die Vorzüge unseres schönen Bundeslandes in seiner Vielfalt zeigen. Das können wir mit unserer Landschaft, dem Heilwasser – als Sinnbild für unsere Heilbäder und Kurorte – und wir können es mit unserer Weinkultur, gleichsam als ein Exempel für Rheinland-Pfalz als dem Weinland Nummer 1. 

Wir wollen Rheinland-Pfalz ganzheitlich vertreten und Brücken bauen, nicht zuletzt, weil wir als Tourismusdestination Anziehungspunkt für die benelux-Staaten und die Metropolregionen Rhein-Main und insbesondere Rhein-Ruhr sind und damit auch Brücken zu unseren Nachbarn bauen.

Wir werden exemplarisch für die Idee der Kurorte und Heilbäder in RLP werben, als moderne Gesundheitskompetenzzentren, wo Schulmedizin und kurative Medizin Hand in Hand geht mit Prävention und der Erkenntnis, dass Natur und Kultur keine Gegensätze sind, sondern Teil eines Ganzen.

Eine Gartenschau im 21. Jahrhundert ist klimaneutral, jedenfalls 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zur Kompensation der klimaschädlichen Auswirkungen der Landesgartenschau werden wir mit zahlreichen Maßnahmen diese Auswirkungen bereits im Vorfeld überkompensieren. Fern- und Nahwärmenetze, Solarthermie oder auch die Modernisierung der elektrischen Verbraucher sind nur einige Beispiele dieser nachhaltigen Maßnahmen, die sich zum Teil bereits in der Umsetzung befinden. Wir werden so bereits vor der Landesgartenschau ein Guthaben erarbeitet haben, welches uns ermöglicht, die Landesgartenschau 2022 mit einer klimaneutralen Bilanz abzuschließen.

Die Landesgartenschau ist eine einmalige Gelegenheit, die Stadtentwicklung in Riesenschritten voranzubringen. Städtebau ist für uns zugleich ein wesentliches Moment und eine wesentliche Antwort auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung. In einer wachsenden Mittelstadt, die demografisch ihrer Zeit voraus ist, geben wir mit unserer Bewerbung auch eine Antwort für die Zukunft einer älter werdenden Gesellschaft. 

Nun ist viel Fleiß und Kreativität erforderlich, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Ich bin mir aber sicher, dass wir diese Chance nutzen und unsere Stadt über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus würdig präsentieren werden. 

Die in unserer Stadt lebenden und wirtschaftenden Menschen freuen sich auf diese Herausforderung. Wir freuen uns auf eine einzigartige Gartenschau mitten im Leben, mitten in unserer Stadt!

Herzlichst,

Ihr

Guido Orthen

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler von oben.

Baumaßnahmen

Starker Partner für die Landesgartenschau

In Vorbereitung der Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler konnten Landschaftsarchitekten der gesamten Europäischen Union bis Februar 2018 für den offenen freiraumplanerischen “Realisierungswettbewerb mit Ideenteil” ihre Entwürfe anonym einreichen. 

Ziel des wettbewerblichen Verfahrens war die Umsetzung der Daueranlagen für die Landesgartenschau. Gegenstand ist also die Umgestaltung der städtischen Parkanlagen, die auch über die Gartenschau hinaus bestehen bleibt und Bad Neuenahr-Ahrweiler für die nächsten Jahrzehnte prägen wird. 

Insgesamt wurden zwölf Arbeiten eingereicht. 

Aus allen eingereichten Arbeiten wählte das Preisgericht, das sich aus externen und lokalen Juroren zusammensetzte, im April vier herausragende Projekte aus. 

Die Beurteilungskriterien der Wettbewerbsarbeiten bezogen sich auf die Leitidee und die konzeptionelle Umsetzung, die Programmerfüllung und die funktionalen Anforderungen, die freiraumplanerische Qualität, die stadträumliche Integration und Verknüpfung die Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit in der Planung sowie die Ressourceneffizienz und die Nachhaltigkeit.

Mit den vier Verfassern, dieser geprüften und für die Realisierung empfohlenen Arbeiten, hat die Durchführungsgesellschaft anschließend über den Planungsauftrag verhandelt und einem Team den Zuschlag erteilt. 

Das Büro, das der Gesellschaft in den nächsten Jahren partnerschaftlich zur Seite steht ist das Landschaftsarchitektenbüro bbz aus Berlin. bbz belegte in dem Wettbewerb Platz 1. 

„Bad Neuenahr-Ahrweiler liegt in einer überaus attraktiven und vielseitigen Region, die für jeden etwas bietet. Für uns als Landschaftsarchitekten ist natürlich die sehenswerte Landschaft mit ihren Weinbergen, Wäldern und natürlich die Ahr von ganz besonderem Reiz. Aber auch die Geschichte von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat sowohl kulturgeschichtlich als auch naturgeschichtlich viel zu erzählen.

Was im gewissen Sinn sich ja auch in unserem Projektansatz widerspiegelt: Ziel unseres Konzeptes ist es, die Potenziale der verschiedenen Garten- und Parkanlagen herauszuarbeiten und diese als Gartendenkmale unterschiedlichster Entstehungszeit erlebbar zu machen,“ erläutert Timo Herrmann – Geschäftsführer bbz. 

Bereits seit Juli 2018 arbeitet bbz intensiv an der Konkretisierung ihrer Ideen. Die Vorplanung konnte zwischenzeitlich abgeschlossen werden. Im Rahmen der Entwurfsplanung läuft aktuell die weitere Vertiefung und Detailierung der Planung. Diese sollen zu Beginn des kommenden Jahres abgeschlossen sein.